a:2:{s:4:"unit";s:2:"h1";s:5:"value";s:64:"Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg";}

Die Jüdische Gemeinde Freiburg hat dieses Jahr allen Grund zur Freude: Sie kann voller Stolz das 25-jährige Jubiläum der Einweihung ihrer Synagoge feiern. Hierzu gratuliere ich der Jüdischen Gemeinde sowie allen Mitgliedern, Freunden und Förderern im Namen der Landesregierung sehr herzlich.

 

Seit ihrer Einweihung am 5. November 1987 bildet das Gemeindezentrum eine wichtige und unverzichtbare Mitte für das jüdische Leben in Freiburg und der Umgebung. Seit Jahren wächst die Gemeinde und bereichert das religiöse und kulturelle Leben in Freiburg mit musischen und künstlerischen Darbietungen. Es freut mich sehr, dass die Jüdische Gemeinde Freiburg die Möglichkeit zum Dialog und Austausch schafft und es interessierten Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, das Gemeindezentrum kennen zu lernen. Hervorgehoben sei auch das Kita-Projekt, das zum März 2013 starten wird: Jüdische und nicht-jüdische Kinder wachsen hier gemeinsam auf und lernen, dass unterschiedliche Herkunft und Religionszugehörigkeit kein Hindernis auf dem Weg zu gegenseitigem Respekt und Freundschaft sind. Dass in Freiburg mit Avraham Radbil einer der jüngsten Rabbiner Deutschlands amtiert, der sich mit seinem Engagement im Dialog der Religionen und seinen Veröffentlichungen zur Tora schon einen überregionalen Namen gemacht hat, unterstreicht die Offenheit und Dynamik der jüdischen Gemeinde.

 

Wie in allen jüdischen Gemeinden in Deutschland so bedeutete das Nazi-Regime auch für die Jüdische Gemeinde Freiburg einen tiefen Einschnitt. In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 fiel die Freiburger Synagoge am Werthmannplatz den Flammen zum Opfer, lediglich einige Gegenstände sowie das aus Eichenholz gefertigte Hauptportal konnten gerettet werden. Glücklicherweise konnten die Türflügel des alten Hauptportals in den Eingang zum Betsaal des neu erbauten Gemeindezentrums integriert werden. Die Türen bezeugen auf eindrucksvolle Weise, dass allem Leiden zum Trotz ein Neubeginn für jüdisches Leben in Deutschland möglich war und ist.

 

Dem Gemeindevorstand spreche ich auf diesem Wege meine herzlichsten Glückwünsche für die ganze Gemeinde aus und verbinde sie mit einem nicht minder herzlichen Dank für all ihre Mühe und ihr Wirken. Den Feierlichkeiten wünsche ich einen gelungenen Verlauf und viele bereichernde Begegnungen.

 

Winfried Kretschmann

Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg