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מה טבו אהליך יעקב משכנותך ישראל

Wie schön sind deine Zelte Jaakow,

deine Wohnstätte Israel

(Bamidbar 24:5)

 

Das ist ein Teil des Segens, mit dem uns der nichtjüdische Prophet Bilaam gesegnet hat. Gleichzeitig ist es auch zu einem Gebet geworden, das ein Jude beim Betreten einer Synagoge sprechen soll. Beim Betreten unserer Synagoge in Freiburg fällt es einem wahrlich nicht schwer diese Worte auszusprechen. Mehr als das, das sind die ersten Worte, die einem in den Sinn kommen: „Wie schön sind deine Zelte Jaakow“. Denn unsere Synagoge ist wirklich ein wunderschöner Ort, der über Jahre zu einem Zuhause und zu einem Verbindungsort zwischen G-tt und den Menschen für viele Gemeindemitglieder und Gäste geworden ist. Nun wird unser Gebetshaus 25 Jahre alt. Die Wände von unserem G-tteshaus haben in dieser Zeit sehr vieles erlebt, Gutes und weniger Gutes, Erfreuliches und Trauriges, denn all dies gehört zu einer lebendigen Gemeinde dazu. Genauso wie im Leben eines Individuums, gibt es auch im Leben einer Gemeinde Höhen und Tiefen. Wir haben in diesen Wänden religiöse Feste, Geburten und Beschneidungen gefeiert, für viele wurde aber auch in diesen Wänden getrauert und Trauerkaddisch rezitiert. Diese Wände haben in dieser Zeit viele kommen und gehen gesehen. Insofern ist diese Synagoge zu einem wichtigen Bestandteil der Freiburger jüdischen Geschichte und gleichzeitig zu einem Bestandteil der Geschichte der Stadt Freiburg geworden, der nicht mehr wegzudenken ist.

 

Doch Eines dürfen wir nicht vergessen: Ohne die Menschen, die diese Wände ständig füllten und füllen und sie damit kontinuierlich zum Leben erwecken, wäre diese Synagoge zu einem leeren Ort geworden, zu einem Museum des vergangenen jüdischen Lebens, wie es an vielen Orten der Fall ist. Deswegen möchte ich meinen Dank aussprechen an die, die diesen Ort zu einem lebendigen Ort machen, an alle Helferinnen und Helfer, die von Innen und von Außen diese Gemeinde unterstützen. An alle, die sich als Ziel gesetzt haben, das jüdische Leben an diesem Ort zu fördern und unsere Gemeinde weiterzuentwickeln. An alle, die in ihren Visionen diese Gemeinde als eine etablierte jüdische Gemeinde mit allen dazugehörenden Infrastrukturen sehen und an die großartige Zukunft dieser Gemeinde immer geglaubt haben und glauben werden. All diese Menschen möchte ich mit dem Segen segnen, der jeden Schabbat von uns ausgesprochen wird: „Und die, welche sich in Treue mit den Angelegenheiten der Gemeinde befassen, der Heilige gelobt sei er, gebe ihnen ihren Lohn, halte jede Krankheit von ihnen fern, heile ihren ganzen Körper, verzeihe alle ihre Sünden und schicke Segen und Erfolg für all ihrer Hände Werk, zusammen mit ganz Israel, ihren Brüdern, und wir sagen Amen."

 

Ihr Rabbiner Avraham Yitzchak Radbil mit seiner Familie