a:2:{s:4:"unit";s:2:"h1";s:5:"value";s:60:"Grußwort des Vorstands der Israelitischen Gemeinde Freiburg";}

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

als am 5. November 1987, also fast auf den Tag vor nunmehr 25 Jahren, die neue Synagoge in der Engelstraße eingeweiht wurde, war die Freude bei den Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde groß. Ein jahrelanges Provisorium fand damit ein gutes und erhofftes Ende. Denn die Zeit nach der Zerstörung der alten Synagoge an der Werderstraße in den Novemberpogromen 1938 war für die Gemeinde durch verschiedene Umzüge bestimmt. Stationen, an denen sie immer nur vorübergehend Unterkunft fand, waren anfangs der Kaufhaussaal, dann Räumlichkeiten in der Hansjakobstraße und später in der Holbeinstraße.

 

Mit dem Neubau der Synagoge erhielt die Israelitische Gemeinde endgültig eine neue Heimat, die bald auch für die vielen jüdischen Zuwanderinnen und Zuwanderer, die in den letzten zwanzig Jahren aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Freiburg kamen, ein zentraler Ort für ihr persönliches Leben wurde. Nach Kriegsende nur 45 Mitglieder zählend, wuchs die Gemeinde bis heute dank der vielen Migrantinnen und Migranten auf rund 720 Personen an. Allen einheimischen und zugewanderten Mitgliedern dient die Synagoge heute in gleicher Weise als Gottesdienstraum und Beth Knesset, als religiöser, sozialer und kultureller Mittelpunkt.

 

Mit großer Dankbarkeit erinnern wir uns an diesen Tag vor 25 Jahren, der auch ein Augenblick unseres Neuanfangs war. Dabei gilt unser Dank all den Personen und Institutionen, die maßgeblich die Neugründung der Synagoge befördert haben. Ausdrücklich nennen an dieser Stelle möchte ich die Stadt Freiburg, die uns das Grundstück zur Verfügung gestellt hat, das Land Baden-Württemberg, die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden und die vielen Spender, die alle für die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel großzügig gesorgt haben. Sie alle haben bewirkt, dass jüdisches Leben in seiner ganzen Vielfalt wieder in Freiburg möglich ist.

 

Schließen möchte ich mit einem Wort des jüdischen Architekten Salomon Korn, der einmal vor einer Reihe von Jahren gesagt hat:

 

"Wer ein Haus baut, der will bleiben, und wer bleiben will, erhofft sich Sicherheit."

 

Dieser Ausspruch gilt auch für die Israelitische Gemeinde in Freiburg in besonderer Weise und ist für uns Wunsch und Hoffnung zugleich.

 

Israelitische Gemeinde Freiburg K.d.ö.R.

Irina Katz

Vorstandsvorsitzende