Jüdische Kulturtage 5783 | 2022

Von der Idee zum Projekt – Aspekte der NS-Erinnerungsarbeit in Freiburg | Vortrag von Marlis und Andreas Meckel

Bild eines Stolpersteins
Jüdische Kulturtage Freiburg 5783 | 2022

NS-Erinnerungsarbeit stößt sehr schnell an ihre Grenzen, wenn es darum t, emotionale Inhalte zu vermitteln. Wie können Terror und Angst, Verzweiflung und Not in einem zutiefst inhumanen System
verständlich gemacht werden? Das Schweigen in der Nachkriegszeit hatte die Entwicklung eines Bewusstseins für das Ge­schehene verhindert – und viele Zeitzeug:innen sind inzwischen verstummt.
Jedoch ist festzustellen, dass sich heute die Bedingungen für eine effiziente Erinnerungsarbeit verbessert haben. Einerseits hat das Interesse neuer unbelasteter Generationen an NS-Zeit und NS-Terror deutlich zugenommen. Andererseits lassen sich durch neue Projekte – wie das NS-Doku-mentationszentrum oder die »Stolpersteine» – nachhaltige Kenntnisse und Erkenntnisse vermitteln, diee geeignet sind, der „Schlussstrichmentalität“ und der „Geschichtsvergessenheit“ entgegen zu
treten.
Der entscheidende Einfluss von Prägung und Sozialisation auf das Verhalten der Menschen kann im Hinblick auf die Verbrechen in diktatorischen Staaten, wie dem nationalsozialistischen, ebenso diskutiert werden, wie Schuld und Scham der Beteiligten. Das Bildungs- und Erziehungssystem hierfür einzusetzen muss heute vorrangiges Ziel einer wirkungsvollen Erinnerungsarbeit sein.
Der Vortrag benennt Ziele und Möglichkeiten speziell in Freiburg.

  • Musikalische Begleitung:
    Sängerin Elisa Wehrle und Myrta Bauer, Klavier
  • Marlis Meckel
    Nach vielen Jahre in leitender Beratungsposition hat sich die Familientherapeutin und Dozentin
    der Aufarbeitung der NS-Zeit angenommen. Sie initiierte die »Stolpersteine in Freiburg« und das NS-Dokumentationszentrum Freiburg.
    marlis@meckel-fr.de
    www.stolpersteine-in-freiburg.de
  • Andreas Meckel
    Der Diplom-Volkswirt leitete mehr als drei Jahrzehnte in Düsseldorf ein zwischenstaatliches Wirtschaftsförderungsbüro und arbeitete ehrenamtlich im interkulturellen Bereich. Vor seinem Eintritt in den Ruhestand war er als Repräsentant eines Industrieverbands tätig.
    Neben seiner publizistischen Tätigkeit mit mehreren Buchveröffentlichungen engagiert er sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für verschiedenste Projekte der Gedenkarbeit mit Schwerpunkt NS-Zeit.

Datum

27.10.2022
Vorbei!

Uhrzeit

19:00

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Veranstaltungsort

Neue Synagoge Freiburg, Gemeindesaal
Nußmannstraße 14/Eingang Engelstraße 1, 79098 Freiburg
Website
https://www.jg-fr.de/
Kategorie
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